Mercedes‑Benz griff nach Aluminium aus Schrott zurück.

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Mercedes-Benz sáhl po hliníku ze šrotu.

Mercedes‑Benz AG hat die Partnerschaft mit dem norwegischen Unternehmen Norsk Hydro erweitert und ist das erste Automobilunternehmen in Europa, das recyceltes Aluminium in der Serienproduktion einsetzen wird – konkret bei der nächsten Generation großer Elektrofahrzeuge. Was dabei wesentlich ist:

Der neue Werkstoff enthält mindestens 75 % recycelten Inhalt (post‑consumer), im Vergleich zu bisher etwa 25 %.

Aluminium wird zurückgewonnen aus Fahrzeugen am Ende ihrer Lebensdauer, aus Gebäuden und Infrastruktur – also echte Zirkularität, nicht nur Abfall aus der Produktion.

Neben dem Recyclingmaterial bezieht Mercedes bereits primäres Aluminium Hydro REDUXA, das durch Elektrolyse aus erneuerbarer Energie hergestellt wird und eine CO₂‑Bilanz von mehr als 70 % unter dem globalen Durchschnitt aufweist. Die Zusammenarbeit läuft seit 2022 und wurde 2024 auf die gesamte Wertschöpfungskette ausgeweitet – von der Rohware bis zum fertigen Bauteil.

Warum das nicht nur PR über ein „grünes Auto“ ist?

Aluminium gehört zu den am stärksten kohlenstoffintensiven Eingangsgrößen im Auto – die reine Elektrolyse ist energetisch extrem aufwendig. Bei Elektrofahrzeugen, bei denen die Emissionen im Betrieb sinken, verlagert sich das Kohlenstoff‑Fußabdruck‑Schwerpunkt zudem gerade auf die Materialien und die Produktion.

Es ist zugleich ein Lehrbuchbeispiel für die Arbeit mit Scope 3. Eingekaufte Waren und Dienstleistungen sind meist der größte und am schwersten zu beeinflussende Teil des Emissions‑Fußabdrucks eines Automobilherstellers. Die Dekarbonisierung lässt sich hier nicht „im eigenen Werk“ lösen – sie muss über die Lieferkette gehen. Mercedes verknüpft das mit seinen Zielen, die Emissionen aus der Produktion bis 2030 um 80 % zu senken und alle eingekauften Produktionsmaterialien bis 2039 kohlenstoffneutral zu machen.

Interessant ist auch das zweite Motiv, das in der Pressemitteilung genauso stark wie das Klima klingt: die Widerstandsfähigkeit und Regionalisierung der Lieferketten. Das Recycling von Aluminium in Europa reduziert zudem die Abhängigkeit von Importen primärer Rohstoffe.

Kreislaufwirtschaft Scope3 Nachhaltigkeit ESG Automotive Dekarbonisierung

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