EU will durch höhere Elektrifizierung jährlich 260 Milliarden Euro einsparen

| Redaktion

Die Europäische Kommission hat den Aktionsplan für Elektrifizierung zusammen mit einer Überarbeitung des ETS vorgestellt. Das Hauptziel ist, den Anteil des Stroms am Endenergieverbrauch von derzeit 23 % auf 46 % bis zum Jahr 2040 zu verdoppeln.

Warum die Kommission das gerade jetzt tut:

- Der Stromanteil hat sich in den letzten zehn Jahren praktisch nicht bewegt

- Die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen setzt die EU wiederholt geopolitischen Schocks aus – allein seit Beginn des aktuellen Konflikts im Nahen Osten bedeutete das über 50 Mrd. € zusätzliche Importkosten

- Die Erreichung des Ziels von 46 % würde die Rechnung für den Import fossiler Brennstoffe jährlich um 260 Mrd. € senken

Die Motivation ist also nicht primär klimatisch, sondern sicherheits- und wirtschaftlich. Kommissar Dan Jørgensen rahmte das mit dem Anspruch, Europa zum ersten „Elektrokontinent“ zu machen.

Drei Hindernisse, die der Plan beseitigen will:

1) Strompreis im Vergleich zu Gas. Netzentgelte machen etwa ein Viertel der Haushaltsrechnung aus – ein Vorschlag für flexiblere Gebühren und die Möglichkeit einer geringeren Besteuerung von Strom im Vergleich zu Gas steht bevor.

2) Lange Anschlusszeiten an das Netz und bessere Nutzung der bestehenden Infrastruktur durch intelligente Netze, Stromzähler und Daten.

3) Skalierung der Technologien – Ziel, die Installation von Wärmepumpen bis 2030 zu verdoppeln, das Laden für schwere Nutzfahrzeuge zu beschleunigen und die Elektrifizierung der Industrie zu unterstützen.

Ein Teil ist auch die „menschliche\" Seite: Übertragbarkeit von Qualifikationen innerhalb der EU für Elektriker und Installateure, Anreize für deren Schulung und das neue Construction Services Act, das Zertifizierungen vereinfacht.

Der Plan folgt derselben Logik wie die begleitende ETS-Revision – den Druck auf Preise und Wettbewerbsfähigkeit zu verringern, aber den Kurs zur Dekarbonisierung beizubehalten. Konkret hier, indem die Elektrifizierung zu einem Instrument der Energieunabhängigkeit gemacht wird, nicht nur zu einem Klimaziel.

Diskussionsfrage: Sind 46 % bis 2040 realistisch, wenn sich der Anteil in den letzten zehn Jahren nicht bewegt hat? Der Schlüssel wird sein, ob es gelingt, den Strompreis gegenüber Gas zu senken – ohne das bleibt das Ziel nur auf dem Papier.

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