69 % der Unternehmen unter CSRD haben bereits einen klimatischen Transformationsplan, aber...
EFRAG hat seinen zweiten „State of Play“-Report veröffentlicht — eine Analyse darüber, wie Unternehmen tatsächlich nach den europäischen Standards ESRS berichten. Er basiert auf 905 geprüften Berichten für das Jahr 2025 (im letzten Jahr waren es 656).
Gute Nachricht — Fortschritt ist sichtbar:
- Klimatischer Transformationsplan wurde von 69 % der Unternehmen gemeldet, ein Jahresvergleichssprung von 55 %
- Die durchschnittliche Anzahl materieller ESRS-Themen ist leicht gestiegen (6,3 → 6,6 auf vergleichbarer Basis)
- Auch die Berichterstattung zu nicht-klimatischen Umweltthemen nimmt zu: Verschmutzung (E2) 40 → 45 %, Wasser (E3) 33 → 38 %, Biodiversität (E4) 40 → 44 %, Kreislaufwirtschaft (E5) 65 → 69 %
- Häufigste materielle Themen: E1 Klima und S1 Eigene Mitarbeitende (je 99 %), G1 Verhalten im Geschäftsverkehr (95 %)
Wenn wir jedoch tiefer schauen, öffnet sich eine Lücke zwischen „Plan haben“ und „Substanz haben“:
- Nur 57 % der Unternehmen geben Dekarbonisierungsziele an, die mit dem Pfad zu 1,5 °C vereinbar sind — ein Teil derjenigen, die einen Transformationsplan deklarieren, hat das Ziel von 1,5 °C nicht explizit.
- Unternehmen haben im Durchschnitt Ziele nur für die Hälfte ihrer materiellen Themen (3,3 Ziele bei 6,4 materiellen Themen)
- 37 % der Unternehmen verknüpfen die Nachhaltigkeitsleistung noch immer nicht mit der Vergütung des Managements
Interessante Unterschiede in der EU:
Am weitesten sind Spanien (89 %), Frankreich (85 %) und Dänemark (81 %) in den Transformationsplänen; sektoral führt das Immobiliengeschäft (95 %), gefolgt von Verwaltungsdiensten (82 %) und Banken (78 %).
Die formale Berichterstattung reift nach EFRAG also schnell, doch die Verknüpfung von Zielen mit der Materialität und deren Übereinstimmung mit 1,5 °C hinkt hinterher. Das Reporting wird zum Standard — jetzt geht es darum, dass hinter den Zahlen auch die entsprechende Ambition und Steuerung stehen, nicht nur die erfüllte Meldepflicht.
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