Die Welt liegt bei 22 von 23 Naturzielen für das Jahr 2030 zurück. Das einzige „grüne“ ist das klimatische.
Der Entwurf des neuen UN-Berichts (Übereinkommen über die biologische Vielfalt, CBD) liefert ein unangenehmes Fazit des Kunming-Montreal-Rahmens – genannt „Pariser Abkommen für die Natur“. Von den 23 globalen Zielen bis 2030 ist die Welt bei nur einem auf dem richtigen Weg. Das Ergebnis in Kürze:
Von den 23 Zielen erhielt nur Ziel 8 die „grüne“ – die Abschwächung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität. Die übrigen 22 werden schlechter bewertet.
Der Bericht sagt es klar: Wenn die Umsetzung nicht „schnell beschleunigt“ wird, werden die Ziele für 2030 nicht erreicht.
Am stärksten zurückbleiben die indirekten Ursachen des Biodiversitätsverlusts – schädliche Unternehmenspraktiken und Subventionen, die sie unterstützen.
Wo es am meisten kratzt:
30×30 (Schutz von 30 % des Festlands und der Meere): ein Leitziel, aber mehr als die Hälfte der Staaten hat es in ihren nationalen Plänen überhaupt nicht verankert.
Finanzierung: In vier Jahren wurden insgesamt 186,4 Mrd. USD mobilisiert – im Vergleich zum Bedarf, jährlich eine Lücke von 700 Mrd. USD zu schließen.
Schädliche Subventionen: Ziel ist es, sie bis 2030 um 500 Mrd. USD pro Jahr zu reduzieren. Nur 27 % der nationalen Ziele befassen sich überhaupt damit und lediglich 5 % haben ein konkretes Zahlenziel. Die gemeldeten schädlichen Subventionen erreichen zwar Hunderte Milliarden – laut Bericht ist das unterschätzt, in Wirklichkeit handelt es sich um Billionen.
Warum sollte das für das Business von Interesse sein:
Der Bericht weist ausdrücklich mit dem Finger auf die „indirekten Treiber“ – also auf Geschäftsmodelle und öffentliche Anreize, die der Natur schaden. Das ist genau der Bereich, in dem Biodiversität auf Unternehmensberichterstattung und Due Diligence trifft. Während die Klimagenda relativ etablierte Metriken und Marktinstrumente hat, hinkt die Biodiversität bei Daten, Definitionen und Finanzen hinterher.
Der Bilanz wird auf dem Gipfel COP17 in Armenien im Oktober ausgearbeitet.
Die Klimapolitik hat einen Vorsprung. Biodiversität ist eine weitere große Agenda, die jetzt genau dort steht, wo das Klima vor zehn Jahren war – viele Ziele, wenig Geld und fehlende Daten.
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