IEA: Fast 30 % der im Jahr 2026 verkauften Autos werden elektrisch sein

| Redaktion

Globale EV-Verkäufe werden laut IEA 23 Millionen erreichen, fast 30 % aller verkauften Autos. Der aktuelle Ölpreisschock im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran unterstützt die Elektromobilität – Kaufentscheidungen bewegen sich schneller in Richtung EV, als erwartet wurde.

Im ersten Quartal 2026 fiel der EV-Verkauf um etwa 8 % YoY aufgrund von Änderungen bei den Subventionen in China und den USA, jedoch:

- Europa: +30 % YoY

- Asien-Pazifik (ohne China): +80 %

- Lateinamerika: +75 %

Im März 2026 erreichten 90 Länder ein Wachstum bei den EV-Verkäufen und 30 Länder Rekordmonatsverkäufe.

China produzierte ~3/4 von ~22 Mio. weltweit hergestellten EV im Jahr 2025 und dominiert die globale Lieferkette. Der EV-Export hat sich auf über 2,5 Mio. Fahrzeuge mehr als verdoppelt. 55 % der weltweit verkauften EV sind chinesischer Import (vs. <5 % vor 5 Jahren), wenn man China, EU und USA aus den Zahlen herausrechnet. Dies ist eine völlig beispiellose Störung des globalen Automobilmarktes.

Bis 2035 erwartet die IEA 510 Mio. EV auf den Straßen (vs. 80 Mio. heute) – also ein 6‑faches Wachstum ohne jegliche neue politische Maßnahmen.

Was kann man daraus mitnehmen?

1. Klimatische und geopolitische Logik konvergieren. Krieg im Iran + teures Öl = stärkeres Business‑Case für EV. Das ist das Gegenteil von 2022 (die russische Invasion in die Ukraine hat die Gaspreise steigen lassen, aber gleichzeitig die Lieferkette für EV‑Batterien beschädigt). Heute ist die Situation besser verteilt – Öl ist teuer, Batterien billig.

2. "China dominance" – wenn China 75 % der globalen EV produziert und 2,5 Mio pro Jahr exportiert, sind der europäische und der amerikanische Automobilsektor strukturell gefährdet. Zölle (EU 25–45 %, USA 100 %) sind nur bremsend, keine Lösung.

3. Tschechien – ist der drittgrößte Autohersteller in der EU mit fast 100 % ICE/Hybrid-Exposition (ŠKODA AUTO, Hyundai Nošovice, Toyota Kolín). Wenn der globale Markt innerhalb eines Jahrzehnts auf 30→60→80 % EV umsteigt, muss der tschechische Automobilsektor deutlich stärker transformieren als bisher.

4. EV‑Lkw sind die nächste Welle. 10 % Marktanteil bei Lkw ist ein kritischer Punkt. Für den tschechischen Logistiksektor (DHL Express, GW Logistics, ESA Logistika) kommt der Druck in den Jahren 2027–2029.

5. Investitionsimplikationen. Wenn Sie der IEA‑Projektion von 510 Mio EV bis 2035 vertrauen, sind Lithiumabbau, Kupfer, Batterierecycling und Ladeinfrastruktur strukturelle Gewinner.

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