Die Kommission hat die final überarbeiteten ESRS genehmigt. 60 % weniger verpflichtende Datenpunkte — und 90 % weniger Unternehmen im Anwendungsbereich der CSRD.

| Redaktion
Komise schválila finální revidované ESRS. O 60 % méně povinných datových bodů —

Die Europäische Kommission hat am 3. Juli die final überarbeiteten europäischen Sustainability Reporting Standards (ESRS) und einen freiwilligen Standard für kleinere Unternehmen angenommen. Es ist vermutlich der letzte große Schritt zur Vereinfachung des Omnibus‑I‑Pakets.

Was sich konkret ändert:

- Die Anzahl der verpflichtenden Datenpunkte sinkt um 61 %, die Gesamtzahl um mehr als 70 % (alle freiwilligen Angaben werden gestrichen)

- Erwartete Senkung der Reporting‑Kosten um mehr als 30 % pro Unternehmen

- Unternehmen unter einer Umsatzgrenze von 450 Mio. € und 1 000 Mitarbeitern fallen aus dem verpflichtenden Reporting aus — der Anwendungsbereich der CSRD wurde um etwa 90 % verkleinert

- Die Standards sind kürzer, klarer und bieten neue Flexibilitäten

Vier Punkte, die beachtet werden sollten:

1) Angleichung an den ISSB. Unternehmen können nun wählen, wie sie die Grenzen ihres GHG‑Inventars festlegen — mittels finanzieller oder operativer Kontrolle. Mehr Flexibilität, aber auch mehr Spielraum dafür, wo jeder die Grenzen zieht.

2) Wertschöpfungsketten‑Cap. Unternehmen unter CSRD dürfen von der Lieferkette nicht mehr Daten verlangen, als der freiwillige Standard abdeckt. Schutz kleiner Lieferanten vor der Übertragung der Berichtspflicht.

3) 1,5‑°C‑Transparenz. Wer einen Übergangsplan mit Zielen berichtet, die mit 1,5 °C unvereinbar sind, muss dies nun ausdrücklich zugeben.

4) Erleichterung für Asset‑Manager. Bei Investitionen, die treuhänderisch im Auftrag von Kunden verwaltet werden, entfällt die doppelte Berichterstattung.

Die delegierten Rechtsakte werden dem Europäischen Parlament und dem Rat der EU zur Prüfung vorgelegt. Sie treten in Kraft, sofern kein Organ Einwände erhebt.

Ziel der Änderungen ist weniger Bürokratie, aber die Wahrung der Qualität der Offenlegungen. Die Frage ist, ob sich für Unternehmen, die bereits in den ersten CSRD‑Zyklus investiert haben, das Spielfeld jetzt zu sehr verschoben hat.

CSRD ESRS ESG Omnibus Nachhaltigkeit Reporting

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