CBAM und Kasachstan: Kohlenstoffsteuer als Risiko für Stahl- und Aluminiumexporteure

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CBAM a Kazachstán: uhlíková daň jako riziko pro exportéry oceli a hliníku

Das Internationale Handelszentrum (ITC) stellte in Astana einen Bericht über die Auswirkungen des EU‑CBAM auf die kasachische Industrie vor. Die Zahlen sind eine Warnung – nicht nur für Kasachstan, sondern für alle Exporteure in die EU aus Entwicklungsländern.

Die EU nimmt 54 % des kasachischen Aluminiumexports ab. Bei einem Kohlenstoffpreis von 80 €/t würden die CBAM‑Kosten für Aluminium etwa 5,6 Mio. € betragen (ca. 2 % des Exportwertes). Das ist machbar.

Bei Stahl ist die Situation dramatisch anders. Bei Verwendung der EU‑Standard-Emissionswerte würden die CBAM‑Kosten 108 Mio. € übersteigen – also 123 % des Wertes einiger Stahlexporte. Die CBAM‑Gebühr würde in diesem Fall den Wert der exportierten Ware übersteigen.

Exporteure, die keine tatsächlichen Emissionen vorlegen, werden anhand der EU‑Standardwerte belastet, die eine kohlenstoffintensive Produktion mit einem Aufschlag von 10 % im aktuellen Zeitraum, steigend auf 20 % und später 30 % bis 2028 annehmen.

Wenn kasachische Exporteure beginnen, die tatsächlichen Emissionen ordnungsgemäß zu messen, zu verifizieren und zu melden, würden die gesamten CBAM‑Kosten von etwa 114 Mio. € auf rund 57 Mio. € pro Jahr sinken – eine Einsparung von 50 %.

Während der Kohlenstoffpreis in der EU bei etwa 80 €/t liegt, berechnet das kasachische ETS etwa 0,40 €/t. Das bedeutet, dass kasachische Exporteure in der EU de facto den vollen europäischen Kohlenstoffpreis ohne jeglichen Abzug zahlen.

Eine Erhöhung des heimischen Kohlenstoffpreises würde nicht nur die Kosten der Exporteure senken, sondern der kasachischen Regierung ermöglichen, mehr Kohlenstoffeinnahmen im Land zu behalten, anstatt sie nach Brüssel zu transferieren.

Kasachstan ist kein Einzelfall. Das gleiche Szenario erwartet Exporteure aus ganz Zentralasien, Nordafrika und anderen Regionen. CBAM exportiert de facto den europäischen Kohlenstoffpreis in globale Lieferketten. Unternehmen, die jetzt in die Überwachung und Meldung von Emissionen investieren, sparen jährlich zig Millionen. Diejenigen, die das ignorieren, zahlen die Standardtarife – und diese sind so konzipiert, dass sie schmerzen.

Der Bericht ist ein praktischer Leitfaden nicht nur für Kasachstan, sondern für jeden Exporteur von CBAM‑Kommoditäten in die EU.

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