Die Kommission hat ein Verfahren gegen alle 27 Staaten wegen der energetischen Gebäudenachfrage eingeleitet.
Die Europäische Kommission hat am 15. Juli allen 27 Mitgliedstaaten eine formelle Mahnung wegen nicht erfolgter Umsetzung der überarbeiteten Richtlinie über die energetische Gebäudebewertung (EPBD, Richtlinie (EU) 2024/1275) gesendet. Die Frist endete am 29. Mai 2026. Laut Kommission hat sie kein einziger Staat vollständig erfüllt.
Was die EPBD tatsächlich verlangt:
▪️ neue öffentliche Gebäude nur mit Null‑Emissionen ab dem 1.1.2028
▪️ alle neuen Gebäude mit Null‑Emissionen ab dem 1.1.2030
▪️ schrittweiser Ausstieg aus der fossilen Heizung mit dem Ziel einer vollständigen Beendigung bis 2040
▪️ Verbot von Subventionen für einzelne fossile Brennstoffkessel ab dem 1.1.2025
▪️ nationale Sanierungspläne für Gebäude — Endfassung bis zum 31.12.2026
▪️ Berichterstattung über den CO₂‑Fußabdruck des gesamten Lebenszyklus (GWP) bei neuen Gebäuden, Fahrplan mit Grenzwerten bis zum 1.1.2027
Während über Null-Emissionen bei Neubauten ab 2030 diskutiert wird, müssen Eigentümer bestehender Büro-, Einzelhandels- und Industrieimmobilien laut Schätzungen bis 2030 den Energieverbrauch um 16 % und bis 2033 um bis zu 26 % senken.
Es droht also, dass der „schlimmste“ Teil des Nichtwohnungsbestands innerhalb von sieben Jahren erhebliche Investitionen erfordern wird oder seine Verkaufsfähigkeit und potenzielle Finanzierung durch Banken eingeschränkt wird.
Die Staaten haben zwei Monate Zeit für eine Antwort und die Fertigstellung der Umsetzung. Danach kann die Kommission eine begründete Stellungnahme abgeben und schließlich die Sache dem EuGH mit einem Vorschlag für Sanktionen vorlegen.
Das Scheitern aller 27 Länder zugleich zeigt ein Problem der Gesetzgebung. Erfüllt nicht jedes Land seine Verpflichtung, liegt das Problem offensichtlich im Entwurf. Die EPBD verlangt, das Baurecht, die Energie, Förderprogramme und die Dateninfrastruktur zu verknüpfen.
Wer in Tschechien auf die endgültige Umsetzung wartet, bevor sie beginnt, verliert das Einzige, was man nicht nachkaufen kann – Zeit.
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