Zwei schlechte Ernten und der Kaffeemarkt wird neu gezeichnet
Financial Times schreibt über eine interessante Verschiebung der Verbraucher bei steigenden Kaffeepreisen. Laut der italienischen Lavazza führt ein höherer Kaffeepreis die Kunden von portionierten Kapseln zu Bohnenkaffee und Heimautomaten vom Typ Bean-to-Cup.
Die Daten von Nielsen bis Mai bestätigen das – Großbritannien: Verkaufsvolumen von Bohnenkaffee +20,3 %, Wert +36,8 % (der gesamte heimische Markt wuchs dabei nur um 2,8 %). Verkauf von Bean-to-Cup‑Automaten +33,5 %, Frankreich +35 %, Italien +33 %, Deutschland +31,2 % (wertbezogen). In Deutschland hat der Bohnenkaffee bereits den herkömmlichen gemahlenen Kaffee überholt.
Einer der Gründe für die steigenden Kaffeepreise ist die schwache Ernte aufgrund schlechten Wetters, Frost, des El‑Niño‑Effekts oder unerwarteter Regenfälle in Brasilien. Die Volatilität wird zur neuen Norm und laut Lavazza wären mindestens zwei starke Ernten in Brasilien und Vietnam nötig, um die Vorräte wieder aufzufüllen.
Das Unternehmen bereitet zudem für September in Großbritannien das Tablì‑System vor: eine gepresste Kaffeetablette ohne Plastik‑ oder Aluminiumverpackung, als Antwort auf das Abfallproblem herkömmlicher Kapseln.
Der Wechsel von Kapseln zu Bohnenkaffee (im Vereinigten Königreich +20 % volumenmäßig, in Deutschland hat Bohnenkaffee bereits gemahlenen Kaffee überholt) ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern kann auch eine stille Antwort auf den Abfall von Aluminium‑ und Plastik‑Kapseln sein.
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