Die Entfernung von CO₂ aus der Atmosphäre muss schneller wachsen als die Solarenergie

| Redaktion
Odstraňování CO₂ z atmosféry musí růst rychleji než solární energie

Die dritte Auflage des Berichts State of Carbon Dioxide Removal (Oxford University, Juni 2026, www.stateofcdr.org) liefert eine nüchterne Lesart: Auch bei einer schnellen Reduzierung der Emissionen wird die Entfernung von CO₂ aus der Atmosphäre notwendig sein, um die Pariser Ziele zu erreichen. Aber das aktuelle Tempo reicht nicht aus.

Wo stehen wir heute?

Die sogenannten „neuen“ CDR‑Technologien (Biochar, direkte Luftabscheidung — DACCS, Bioenergie mit CCS) entfernen derzeit lediglich 2 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr. Zum Vergleich: Die globalen Emissionen aus fossilen Brennstoffen betragen etwa 37 Milliarden Tonnen pro Jahr. Positiv ist, dass diese Methoden mit einer Rate von 40 % pro Jahr wachsen.

Der überwiegende Teil des aktuellen CDR (etwa 2 Milliarden Tonnen CO₂ pro Jahr) stammt aus konventionellen Methoden — Aufforstung, Wiederherstellung von Feuchtgebieten, Bodenkohlenstoff. Neue Technologien machen einen Bruchteil eines Prozents aus.

Wie groß ist die Lücke?

Die nationalen Verpflichtungen der Länder liegen hinter den Szenarien zur Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 °C um mehr als 5 Milliarden Tonnen CO₂ pro Jahr bis 2050 zurück. Um diese Lücke zu schließen, muss das CDR mit einer Rate wachsen, die mit den schnellsten energetischen Transformationen der Geschichte vergleichbar ist — einschließlich Solarenergie und Elektromobilität.

Der Bericht bezeichnet den Zeitraum 2026–2030 als „schlüssel“ für die Etablierung der Rolle von CDR bei der Begrenzung von Klimaschäden in den kommenden Jahrzehnten.

Im kurzfristigen Horizont hilft CDR, die Netto-Emissionen zu senken. Im mittelfristigen dient es der Kompensation von Restemissionen, um Netto‑Null zu erreichen. Langfristig — wenn die Welt die Temperaturziele verfehlt — könnte CDR helfen, die Erwärmung schrittweise zu reduzieren.

Der Bericht betont, dass CDR eine geringere Rolle spielen muss als die Emissionsreduktion und als begrenzte Ressource angesehen werden sollte, die sorgfältig genutzt werden muss. CDR ist keine Alternative zur Dekarbonisierung – es ist eine Ergänzung für Emissionen, die nicht eliminiert werden können.

Der aktuelle Stand zeigt eine enorme Lücke zwischen dem, was wir wissen, dass wir benötigen, und dem, was wir tatsächlich tun. Die Investitionen wachsen, aber laut den Autoren des Berichts ist eine grundlegende Geschwindigkeitsänderung nötig – kein allmähliches Wachstum, sondern ein sprunghafter Anstieg der Kapazitäten noch in diesem Jahrzehnt.

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