EU hat 400 Millionen Euro für die Dekarbonisierung industrieller Wärme bereitgestellt
Die Europäische Kommission hat letzte Woche 65 Projekte in 10 Ländern ausgewählt, die insgesamt 400 Mio. Euro aus dem Innovationsfonds für den Übergang von fossiler industrieller Wärme zu sauberen Lösungen erhalten. Es handelt sich um die historisch erste europaweite Ausschreibung, die sich auf die Dekarbonisierung industrieller Wärme konzentriert.
Die Ausschreibung zog 85 Bewerbungen im Gesamtwert von 1,4 Mrd. Euro an – also das 3,5‑fache des verfügbaren Budgets. Die ausgewählten Projekte decken 10 Länder ab: Österreich, Belgien, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Portugal, Slowenien und Spanien.
Die Ausschreibung hatte drei Kategorien und wählte aus:
- 5 Projekte in der Kategorie Hochtemperaturwärme (62,1 Mio. Euro)
- 44 Projekte für Mitteltemperaturwärme über 5 MW (286,5 Mio. Euro) und
- 16 Projekte für Mitteltemperaturwärme 3–5 MW (47,9 Mio. Euro).
Die Projekte werden in den ersten 5 Betriebsjahren etwa 16,3 TWh dekarbonisierte Wärme mit einer installierten thermischen Leistung von 766 MW erzeugen.
Die meisten Projekte setzen auf direkte und indirekte Widerstandserwärmung, weitere nutzen Wärmepumpen, solarthermische und geothermische Technologien, elektromagnetische Erwärmung oder Hybridsysteme. Die Sektoren umfassen Zellstoff und Papier, Glas, Keramik, Baustoffe, Stahl, Lebensmittel, Textil und die Pharmaindustrie.
Es handelt sich um ein Pilotprojekt der zukünftigen Industriellen Dekarbonisierungsbank (Industrial Decarbonisation Bank), das Teil des geplanten Clean Industrial Deal ist. Es funktioniert nach dem Prinzip des Wettbewerbsangebots — Unternehmen geben an, wie viel Subvention sie pro Tonne eingespartes CO₂ benötigen, und die effizientesten Projekte gewinnen.
Die nächste Runde mit einem Budget von 1 Mrd. Euro ist bereits geplant und wird ebenfalls im Jahr 2026 stattfinden. Die Finanzierung stammt aus den Einnahmen des EU‑ETS — also finanzieren die Emittenten im Wesentlichen die Dekarbonisierung der Industrie.
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