SEC schickt die Klimadisclosure-Regel zu Boden

| Redaktion
SEC posílá klimatický disclosure rule k zemi

Die US-SEC hat dem Berufungsgericht einen Brief geschickt, der bestätigt, dass sie formell das Verfahren zum Aufheben der Klimadisclosure‑Regeln von 2024 einleiten wird. Nach monatelangen juristischen Manövern ist also klar: Die Regel wird nicht überleben.

Die SEC wird ein formelles „notice-and-comment rulemaking“ anwenden – also einen vollständigen Regulierungsprozess mit Veröffentlichung des Entwurfs, öffentlicher Konsultation und Möglichkeit einer gerichtlichen Überprüfung der endgültigen Regel.

Im September 2025 lehnte das Gericht den Versuch der SEC auf einen verkürzten Weg ab, bei dem argumentiert wurde, dass die Regeln „die statutarischen Befugnisse der Kommission überschreiten“ und dass „die Kosten die Nutzen überwiegen“.

Im ursprünglichen Regelwerk, das im März 2024 verabschiedet wurde und die US‑Entsprechung (eine leichtere Version) der europäischen CSRD darstellte, lauteten die Pflichten:

- Offenlegung von Klimarisiken und den Strategien zu deren Management

- Finanzielle Auswirkungen schwerwiegender meteorologischer Ereignisse

- Berichterstattung über Scope‑1‑ und Scope‑2‑Emissionen bei ausgewählten Unternehmen

Die Beratung und ein möglicher Aufhebungsprozess der Verordnung ist relativ langwierig (typischerweise 12–24 Monate), die Öffentlichkeit erhält Raum für Kommentare und die endgültige Aufhebung wird erneut gerichtlich anfechtbar sein, sodass es Jahre dauern kann, bis die endgültige Genehmigung erfolgt.

Was kann man daraus mitnehmen?

1. USA vs. EU – die Divergenz vertieft sich. Während die EU gerade diese Woche die CSRD/ESRS-Standards präzisiert hat und die Kommission zusammen mit Brasilien und China die Open Coalition on Compliance Carbon Markets gestartet hat, gehen die USA den gegenteiligen Weg.

2. Der praktische Einfluss ist geringer, als es scheint. Große US-Unternehmen werden Klimadaten weiterhin melden, sei es wegen Investoren (BlackRock, Vanguard, State Street verlangen Daten unabhängig), wegen der EU‑CSRD (amerikanische Tochtergesellschaften unter CSRD) oder wegen nationaler Maßnahmen (z. B. Verpflichtung für Unternehmen in Kalifornien mit Umsätzen über 1 Mrd. $, die in CA tätig sind) und anderer freiwilliger Rahmen.

3. Für Asset‑Manager: Wichtiger als die SEC‑Regel ist die Konvergenz um das ISSB. Beobachten Sie, wer ISSB S1/S2 übernimmt – in Großbritannien, Kanada, Japan, Australien, Hongkong geschieht das bereits. Die amerikanische Fragmentierung ist primär ein politisches Signal, kein praktisches End‑of‑Game für die Klimaberichterstattung.

4. Für die Tschechische Republik und Mitteleuropa: Keine direkte Auswirkung. Im Gegenteil – wenn ein tschechisches Unternehmen mit Ambitionen in den USA Sicherheit in Bezug auf Compliance haben will, ist das CSRD‑Reporting + ein ISSB‑Äquivalent heute eine zuverlässigere Infrastruktur, als sich auf den Bundesrahmen zu verlassen, der sich noch mehrfach ändern kann.

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