50 % Kürzung in den ETS-Benchmarks könnte die europäische Aluminiumrecycling gefährden
Ein Tag nach der Veröffentlichung des "milden" ETS-Benchmark-Vorschlags folgt eine scharfe Reaktion von European Aluminium: Für das Aluminiumrecycling und die Herstellung von Aluminiumoxid bedeutet das Update eine Kürzung von 50 % der kostenlosen Zulassungen im Vergleich zu den Phase‑3‑Werten.
Was ist das Problem?
Diese Prozesse haben keine dedizierten Produktbenchmarks und fallen unter generische „Heat and Fuel Fall‑Back“-Benchmarks, die flächendeckend angewendet werden. Diese spiegeln jedoch nicht die technische Realität wider:
- Aluminiumrecycling und Alumina‑Raffination erfordern hohe und konstante Temperaturen
- Biomasse funktioniert technisch nicht im Maßstab, Elektrifizierung ist kurzfristig begrenzt
- Der Großteil der effizienten Einsparungen wurde bereits realisiert
Aluminiumrecycling verbraucht etwa 95 % weniger Energie als Primäraluminium – und wird dennoch neu finanziell bestraft. Das Ergebnis wird laut Union eine weniger wettbewerbsfähige europäische Recyclingindustrie im Vergleich zum Import von Primäraluminium aus Drittländern sein. Die globalen Emissionen werden nicht sinken – sie werden sich nur verlagern.
Recyceltes Aluminium wird für Halbleiter und die Verteidigungsindustrie verwendet, wo China 95 % der Weltproduktion dominiert. Eine Schwächung der europäischen Raffination bedeutet eine Schwächung der strategischen Unabhängigkeit der EU.
Die Union schlägt vor, die Benchmarks auf dem Niveau 2021–2025 für diese spezifischen Prozesse einzufrieren, bis dedizierte Benchmarks für die Zeit nach 2030 entwickelt werden.
Es wird behauptet, dass der Vorschlag klassische unbeabsichtigte Auswirkungen enthält – nämlich dass die EU die Kreislaufwirtschaft stärken, die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen verringern und dekarbonisieren will. Aber das „technische“ Benchmark-Update geht gleichzeitig gegen alle drei Ziele.
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