Die dänische Zentralbank hat die Investitionsemissionen des Finanzsektors im Jahr 2025 berechnet.
Die Danmarks Nationalbank hat frische klimatische Statistikdaten für den dänischen Finanzsektor für das Jahr 2025 veröffentlicht. Es handelt sich um einen der gründlichsten und transparentesten nationalen Klimaberichte einer Zentralbank in der EU. Gleichzeitig bietet er einen interessanten Einblick, wohin die Sichtweise der Aufsichtsbehörden in Zukunft gehen könnte.
Schlüsselzahlen für 2025:
- 295 Mrd. € Investitionen in börsennotierte nichtfinanzielle Unternehmen
- 11,3 Mio. Tonnen CO₂‑Äquivalente der sogenannten finanzierten Emissionen
- Investitionen im Verkehr und im Materialsektor sind der Haupttreiber des Wachstums
Im Jahr 2025 sind die Investitionsemissionen leicht gestiegen, langfristig sinken sie jedoch dank Desinvestitionen aus kohlenstoffintensiven Unternehmen und geringeren Emissionen bei den investierten Gesellschaften.
Ein entscheidender Punkt ist die hohe Emissionskonzentration – etwa 6 % der Investitionen verantwortlich für die Hälfte aller finanzierten Emissionen.
Das bedeutet, dass selbst kleine Verschiebungen im Portfolio einen dramatischen Einfluss auf den CO₂‑Fußabdruck haben können. Wenn Investoren aktive Dekarbonisierungsstrategien für ihre Anlagen verlangen, reicht es, sich auf die obersten 6 % des Portfolios und ausgewählte Sektoren zu konzentrieren, was sich direkt auf die Unternehmensbewertungen auswirken kann.
Die Berechnungen der Zentralbank schließen Bankkredite sowie nicht notierte Aktien und Anleihen nicht ein, jedoch kündigt die Zentralbank an, dass die Abdeckung schrittweise erweitert wird.
Dänemark und seine staatlichen Institutionen gehören zu den größten Befürwortern von Nachhaltigkeit und Transparenz weltweit. Was wir auch immer über Nachhaltigkeit und ihre Verknüpfung mit Investitionen denken, die dänische Zentralbank weist auf einen Trend hin, den weitere Zentralbanken und potenziell auch Investoren übernehmen können, was sich in den Bewertungen und der Liquidität einzelner Aktien und Anleihen widerspiegeln kann.
Im dänischen Fall zeigt sich zudem, dass die Emissionen stark auf einige wenige Sektoren und potenziell auf ausgewählte Aktienwerte konzentriert sind. Etwa 6 % der Investitionen machen 50 % der Emissionen aus. Für Regulierungsbehörden bedeutet das, dass die Ausrichtung auf die Top-Emittenten effektiver ist als pauschale Regelungen.
Tschechische Fonds und Banken beginnen gerade erst mit ähnlichem Reporting (CSRD, SFDR) und die tschechische Zentralbank veröffentlicht bislang keine vergleichbaren aggregierten Klimastatistiken. Die dänische Methodik kann daher ein nützlicher Benchmark sein, den es wert ist, zu beobachten, wohin wir uns in den nächsten Jahren entwickeln können.
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