Kalifornische Falle: wenn Batterien zu gut funktionieren

| Jiří Staník

Interessantes Paradoxon aus Kalifornien: Batteriespeicher haben dort ihre Mission so perfekt erfüllt, dass sie nun die eigene Wirtschaft gefährden.

Die Analyse von Aurora Energy Research beschreibt, dass sich zwischen 2022 und 2025 die installierte Leistung von Batteriespeichern in Kalifornien vervielfacht hat. Das hatte dramatische Auswirkungen auf den Strompreis und dessen Schwankungen:

- negative Tagespreise (verursacht durch Solarüberschuss) sind praktisch verschwunden – die Batterien absorbieren den Überschuss einfach.

- die abendlichen Preisspitzen haben sich deutlich abgeflacht.

Im Jahr 2022 überschritt der Preis 70 USD/MWh in 14 % der Zeit, 2025 erreichte er diesen Wert kaum noch.

Aber – und hier liegt die Falle – das Geschäftsmodell von Batteriespeichern beruht auf dem Spread zwischen der günstigen und der teuren Stunde. Je mehr Batterien die Preise glätten, desto kleiner wird der verbleibende Spread. Der durchschnittliche Ertrag aus Batterieleistung sank von 115 USD/kW‑Jahr im Jahr 2022 auf geschätzte 52 USD/kW‑Jahr im Jahr 2025 – also auf weniger als die Hälfte.

Der Punkt ist, dass in Kalifornien Solarkraftwerke feste Einspeisetarife haben – der Börsenpreis stört sie nicht. Batterien hingegen sind existenziell vom Börsenpreis abhängig. Wenn der Ausbau von Batterien und Solaranlagen unkoordiniert weitergeht, droht der Flexibilitätsmarkt „übersättigt“ zu werden, bevor die nächste Welle der Elektrifizierung (Wärmepumpen, E‑Autos, Rechenzentren) eintrifft, die neue Nachfrage nach Flexibilität schaffen würde.

Das Beispiel Kalifornien deutet darauf hin, dass die energetische Transformation nicht mit dem Bau von Batterien endet – sondern dort erst beginnt. Regulierer und Investoren müssen das Tempo des Ausbaus erneuerbarer Energien, Speicher und der Elektrifizierung der Nachfrage abstimmen. Andernfalls sendet der Markt den Batteriesprojekten das Signal "Stopp" genau in dem Moment, in dem wir sie am meisten benötigen.

Kalifornien ist erneut ein Labor der Zukunft – und zeigt, dass selbst gute Nachrichten aufmerksam gelesen werden müssen.

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