Die europäische Zellstoff- und Papierindustrie fordert ein Einfrieren der EU‑ETS‑Benchmarks
Die Kommission schlägt vor, die Benchmarkwerte für die Zuteilung kostenloser Emissionszertifikate zu aktualisieren. Für Zellstoff und Papier bedeutet das eine Reduzierung von bis zu 50 %.
Nach Angaben der Branche bedeutet das einen potenziellen Verlust an Investitionskapazität von rund 1 Milliarde EUR pro Jahr für die Dekarbonisierung.
Das Problem liegt im Timing, da die neuen Benchmarks auf Daten aus den Jahren 2021–2022 basieren, also aus einer Phase extremer Energiepreise und geopolitischer Instabilität. Sie berücksichtigen nicht die aktuelle Marktrealität.
Gleichzeitig hat der Sektor seit 2005 die Treibhausgasemissionen um mehr als 50 % reduziert – zum Teil dank Investitionen, die über ETS‑Mechanismen finanziert wurden. Der verbleibende Weg zu Netto‑Null bis 2050 wird das Siebenfache der derzeitigen jährlichen Investitionen erfordern.
Zudem tragen europäische Betreiber und Verbraucher 80 % der globalen Kohlenstoffkosten. Eine Verschärfung der Benchmarks ohne Berücksichtigung des internationalen Kontextes verschlechtert weiter die Wettbewerbsfähigkeit einer der wenigen Industriezweige, in denen die EU nach wie vor einen globalen Vorteil hat.
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