Italien: €23 Mrd. Unterstützung für erneuerbare Energien
Die Europäische Kommission hat gestern das italienische staatliche Förderprogramm in Höhe von €23 Mrd. für den Ausbau erneuerbarer Energien genehmigt – Windkraftanlagen, Solarkraftwerke, Wasserkraftwerke und Biogas aus Abwasser.
Das Programm soll über 37 GW neue Kapazitäten hinzufügen, also fast die Hälfte der derzeit installierten erneuerbaren Energieleistung in Italien.
Die Unterstützung wird in Form von bilateralen Contract‑for‑Difference (CfD) über 20 Jahre laufen. Sinkt der Marktpreis für Strom unter den vereinbarten „Strike‑Price“, zahlt der Staat die Differenz; steigt er darüber, erstatten die Erzeuger. Projekte über 1 MW konkurrieren in transparenten Auktionen, kleinere Anlagen erhalten einen regulierten Preis.
Die Genehmigung erfolgte im Rahmen des neuen Clean Industrial Deal (CISAF), den die EU im Mai letzten Jahres verabschiedet hat, um den Mitgliedstaaten zu ermöglichen, die saubere Energie und die Dekarbonisierung der Industrie schneller zu unterstützen.
Erneuerbare Energien deckten im Jahr 2024 etwa 41 % des italienischen Stromverbrauchs – das klingt ordentlich, aber am gesamten Energieverbrauch (einschließlich Wärme und Verkehr) ist der Anteil deutlich niedriger. Das Ziel Italiens ist 39,4 % des Bruttendreisverbrauchs aus erneuerbaren Energien bis 2030; der EU‑Durchschnitt liegt derzeit bei 25 % mit einem Ziel von 42,5 %.
Italien hat zudem die höchste Energieabhängigkeit von Importen unter den großen EU‑Ländern (75 %) und den teuersten Strom – in den ersten Monaten 2025 über €136/MWh, gegenüber €113 in Deutschland und €81 in Spanien. Genau deshalb ist dieses Modell so wichtig.
Quelle: ESG Today, 9. 6. 2026 | Eurostat, EEA, Ember, Clean Energy Wire
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