Die BP-Aktionäre lehnten die Abschwächung der Klimaberichte ab

| Jiří Staník

Auf der Donnerstagssitzung der Jahresversammlung der BP-Aktionäre lehnten die Aktionäre zwei Vorschläge, die das Management selbst vorgelegt hatte, mit großer Mehrheit ab – einschließlich des Vorschlags, die Pflicht zur Veröffentlichung bestimmter Klimainformationen abzuschaffen.

Was wollte BP abschaffen? Zwei historische Aktionärsverpflichtungen aus den Jahren 2015 und 2019, die das Unternehmen verpflichten, das Management von Betriebsemissionen, die Widerstandsfähigkeit des Portfolios gegenüber Klimaszenarien, Investitionen in kohlenstoffarme Quellen, Emissionsziele, die Kohlenstoffintensität der Produkte und die Verknüpfung der Ziele mit der Vergütung des Managements zu berichten – also eine Strategie, die mit dem Pariser Abkommen konsistent ist.

Der Vorstand von BP argumentierte, dass diese Verpflichtungen durch neue verbindliche regulatorische Rahmen überschritten wurden. Beide Vorschläge erhielten jedoch nicht einmal die einfache Mehrheit – weit entfernt von den erforderlichen 75 %.

BP kündigte 2020 das Ziel an, ein Netto-Null-Unternehmen zu werden, mit einem geplanten Rückgang der Öl- und Gasförderung. Im Februar 2025 kam jedoch eine Kehrtwende – die neue Strategie verlagerte das Kapital zurück in Öl und Gas und reduzierte den Anteil kohlenstoffarmer Energie auf weniger als 5 % des gesamten CAPEX.

Genau diese Kehrtwende motivierte die Aktivistengruppe Follow This und eine Reihe institutioneller Investoren zu einer Kampagne gegen die Vorlagen des Managements. Follow This wollte zudem eine eigene Resolution auf die Tagesordnung setzen, die die Offenlegung einer Wertschöpfungsstrategie für Aktionäre in Szenarien sinkender Nachfrage nach Öl und Gas fordert – BP lehnte jedoch ihre Aufnahme ab.

Was man daraus mitnehmen kann?

BP versuchte, das Omnibus/ISSB-Narrativ („verbindliche Rahmen haben uns ersetzt“) zu nutzen, um freiwillige Verpflichtungen zu schwächen – und die Aktionäre akzeptierten das nicht.

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