Was Sie betreffen könnte
Fragen zu ESG, Nachhaltigkeitsbericht, CSRD und verwandten Regulierungen. Erklärung in praxisnaher Sprache, ohne Paragrafen.
Was ist ESG?
Die Abkürzung stammt von den englischen Wörtern Environment, Social und Governance. Sie beschreibt das Wirken eines Unternehmens in Bezug auf die Umwelt, die Beziehung zu den Mitarbeitenden und die Art und Weise, wie das Unternehmen geführt wird und sich gegenüber seiner Umgebung verhält.
Environment umfasst zum Beispiel Emissionen von Treibhausgasen, Energie- und Wasserverbrauch, Abfallwirtschaft. Social deckt Beziehungen zu Mitarbeitenden, Vergütung, Sicherheit, Diversität ab. Governance geht um Transparenz, Ethik und Entscheidungsfindung.
In der Praxis bedeutet das, dass sich nicht nur Ihre Kunden und Geschäftspartner für Ihr Unternehmen interessieren, sondern auch Banken, Investoren und Aufsichtsbehörden. ESG ist heute Teil der Geschäftsrealität, nicht nur eine Reporting‑Pflicht.
Was ist ESG‑Reporting?
Regelmäßige Veröffentlichung nichtfinanzieller Daten über Ihr Unternehmen. In der Regel einmal jährlich in Form eines Nachhaltigkeitsberichts, in dem Sie beschreiben, was Sie in den Bereichen E, S und G tun.
Dazu gehört in der Regel die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks, die Beschreibung der Umweltauswirkungen des Unternehmens, Angaben zu Mitarbeitenden, die Ethik der Lieferketten. Sie berichten darüber nicht nur nach außen (Banken, Kunden, Investoren), sondern das Ergebnis dient auch intern zur Steuerung.
Was ist ESG‑Strategie?
Integration von Nachhaltigkeit in die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Nicht nur Zahlen berichten, sondern wissen, wohin Sie gehen wollen und warum.
In der Praxis bedeutet das: Verantwortung definieren (wer im Unternehmen dafür zuständig ist), zentrale ESG‑Bereiche auswählen, Indikatoren festlegen, den Prozess der Datenerhebung und Ergebniskommunikation einrichten. Ohne Strategie wird ESG nur zu einem jährlichen Bericht, der niemanden interessiert.
Wer muss den Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen?
Die Richtlinie CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) besagt: Unternehmen, die 2 von 3 Kriterien erfüllen (250+ Mitarbeitende, Umsatz über 1 Mrd. CZK, Aktiva über 500 Mio. CZK), berichten für das Jahr 2025 (Veröffentlichung 2026). Das ist Welle 2, geschätzt 2000 Unternehmen in Tschechien.
Allmählich wird es auf börsennotierte kleine und mittlere Unternehmen (Welle 3) und darüber hinaus ausgeweitet. Aber erwarten Sie nicht, dass die gesetzliche Verpflichtung zuerst kommt; die Anforderungen kommen in der Regel früher von Ihren Kunden und Banken.
Was ist ein ESG‑Rating?
Bewertung eines Unternehmens im ESG‑Bereich, die von spezialisierten Agenturen (MSCI, Sustainalytics, S&P Global, ISS ESG) veröffentlicht werden. Sie messen, wie das Unternehmen ESG‑Themen adressiert und welchen ESG‑Risiken es ausgesetzt ist.
Achtung: Die Methodiken unterscheiden sich zwischen den Agenturen, sodass dasselbe Unternehmen bei verschiedenen Agenturen unterschiedliche Scores haben kann. Banken und Kunden betrachten das ESG‑Rating, aber sie sehen es als einen von vielen Eingangsgrößen.
Was bedeutet ESG‑basiertes Investieren?
Man spricht auch von sozial verantwortlichem oder nachhaltigem Investieren. Der Investor schaut nicht nur auf die Rendite, sondern auch auf die ESG‑Parameter des Unternehmens: wie es mit der Umwelt umgeht, wie es zu Menschen steht und wie es geführt wird.
In der Praxis beeinflusst das die Verfügbarkeit und Kosten von Kapital. Unternehmen mit einem besseren ESG‑Profil haben heute leichteren Zugang zu Finanzierungen und oft bessere Konditionen.
Was ist Sustainable Finance?
Ein Sammelbegriff für nachhaltige Finanzierung. Dazu gehören grüne Kredite, grüne Anleihen, ESG‑Fonds und weitere Produkte, die neben der Rendite auch die Investitionsauswirkungen berücksichtigen.
Ziel auf EU‑Ebene ist es, Kapital dorthin zu lenken, wo es im Hinblick auf Klimaziele sinnvoll ist. Für Ihr Unternehmen bedeutet das: Wenn Sie ESG gelöst haben, haben Sie Zugang zu Finanzierungen zu attraktiveren Konditionen.
Was sind grüne Anleihen?
Anleihen, deren Rendite an die Finanzierung von Projekten mit positivem Einfluss auf Umwelt oder Klima gekoppelt ist. Der Emittent (Unternehmen oder Staat) verpflichtet sich, die eingenommenen Mittel exakt für die deklarierte grüne Zwecke zu verwenden.
Für Investoren sind sie oft vorteilhaft wegen steuerlicher Begünstigungen, für den Emittenten sind sie häufig günstiger als herkömmliche Schulden.
Was ist die EU‑Taxonomie?
EU‑Regeln, die klassifizieren, welche wirtschaftlichen Aktivitäten aus Nachhaltigkeitssicht wirklich „grün“ sind und welche nicht. Sie arbeiten mit 6 Zielen: Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Wasserschutz, Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Verschmutzung, Schutz der Biodiversität.
Eine Aktivität erfüllt die Taxonomie, wenn sie wesentlich zu mindestens einem Ziel beiträgt und keinen Schaden an anderen verursacht. Banken und Investoren berücksichtigen dies bei Finanzierungsentscheidungen. Für Sie bedeutet das: Klarheit darüber, welcher Prozentsatz Ihres Umsatzes oder Ihrer Investitionen die Taxonomie erfüllt.
Was ist die SFDR‑Regulierung?
Sustainable Finance Disclosure Regulation. Europäische Regelungen für den Finanzsektor, die definieren, was als nachhaltiges Investitionsprodukt verkauft werden darf. Ziel ist Transparenz und Verhinderung von Greenwashing auf dem Finanzmarkt.
Für Ihr Unternehmen hat die SFDR indirekte Auswirkungen: Fonds und Banken, die der Regulierung unterliegen, werden von Ihnen Daten zur Nachhaltigkeit verlangen, um ihre Produkte korrekt kennzeichnen zu können.
Was bedeutet Greenwashing?
Wenn ein Unternehmen marketingtechnisch den Eindruck erweckt, nachhaltig und ökologisch zu sein, die Realität jedoch völlig anders ist. Klassische Werbung für ein „grünes“ Produkt, das in Wirklichkeit den gleichen oder sogar schlechteren Einfluss hat als Alternativen.
Die Regulierung wird gegen Greenwashing strenger. Aussagen in Berichten und im Marketing müssen Sie mit Daten belegen können. Wir sagen das auch potenziellen Kunden: Wenn Sie keine Zahlen haben, versprechen Sie im Bericht nichts, das Sie nicht verteidigen können.
Was sind ESG‑Fonds?
Investmentfonds, die Unternehmen für ihr Portfolio nicht nur nach finanziellen Kriterien, sondern auch nach ESG‑Parametern auswählen. Ziel ist es, in Unternehmen zu investieren, die langfristige Ziele verfolgen und verantwortungsbewusst handeln, nicht nur den Quartalsgewinn maximieren.
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